48°05'08.6"N 11°33'31.1"E 48°05'08.6"N 11°33'31.1"E
Erhalt eines Maximalversorgers am Standort Harlaching
  • Klinikum München-Harlaching

  • Eingang Notaufnahme

  • Rettungshubschrauber in Harlaching

  • Großer Andrang vor der Notaufnahme

  • Großer Andrang vor der Notaufnahme

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Willkommen!

Grüß Gott,

liebe Freundinnen und Freunde des Klinikum Harlaching!

Im vergangenen Winter 2014/2015 haben sich erhebliche Lücken in der Notfallversorgung der Münchner Bürgerinnen und Bürger aufgetan. Aufgrund eines sehr hohen Notfallaufkommens gingen dem Rettungsdienst zeitweise die Fahrzeuge aus und in den Notaufnahmen der Münchner Kliniken lagen die Patienten auf den Gängen, trotzdem mussten die Kliniken reihenweise sogenannte Zwangsbelegungen hinnehmen. Die Münchner Notfallmedizin konnte dem Münchner Bürger nicht mehr gerecht werden. Die Versorgung war lückenhaft. In den Medien wurde sehr deutlich darüber berichtet, die offiziellen Stellen der Stadt kehrten die Probleme aber weitgehend unter den Teppich. In diesem Winter 2015/2016 will unser Verein die auftretenden Engpässe in München in "Echtzeit" erheben.

Dazu brauchen wir Ihre Hilfe! Nutzen Sie den anhängenden Meldebogen und unsere darin enthaltenen Kontaktdaten und teilen Sie uns alle Engpässe oder Auffälligkeiten mit. Wir sammeln die Vorfälle und werden sie datenschutzkonform an die Presse und zuständigen Behörden weiterleiten.

Am 24. März 2014 hat sich der Verein „Initiative Klinikum Harlaching e.V.“ gegründet, um sich für den Erhalt des Klinikum Harlaching als Maximalversorger einzusetzen. Der Begriff "Erhalt der umfassenden Notfallversorgung an allen vier Standorten" wurde dank unserer Intervention durch unzählige Gespräche mit in den Stadtratsbeschluss aufgenommen. Das ließ uns damals aufatmen, damit war aus unserer Sicht die Versorgung der Bevölkerung gesichert. Allerdings sehen wir jetzt bei dem Umsetzungskonzept von Lohfert & Lohfert, dass dieser Punkt in keinster Weise Berücksichtigung findet! Wer medizinischen Sachverstand besitzt, weiß, was eine umfassende Notfallversorgung beinhaltet und wenn nach Stadtratsbeschluss gehandelt werden soll, muss Lohfert & Lohfert noch seine Hausaufgaben machen!

Rückblick:

Im Februar 2014 hatte eine Unternehmensberatung (Boston Consulting Group =BCG) ein Sanierungs-konzept für die städtischen Kliniken Münchens vorgestellt, welches trotz zunehmender Bevölkerung eine drastische Verkleinerung der Kliniken Harlaching und Schwabing vorsieht. Bis 2022 sollen nicht nur „Betten“ reduziert werden, sondern 9 von jetzt  17 Fachabteilungen werden geschlossen und vier  weitere Abteilungen werden zum Teil drastisch reduziert. Die Umsetzung dieses Konzepts würde sowohl die Überlebensfähigkeit dieser Kliniken, als auch durch eine Überlastung der Klinika Neuperlach und Bogenhausen die Notfallversorgung aller Münchner Bürger massiv gefährden.

Durch zahlreiche Gespräche und Aktionen unsererseits wurde in letzter Minute die am 08.07.2014 vom Stadtrat beschlossene Stadtratsvorlage dahingehend geändert, dass trotz  Sanierung  „alle vier Klinikstandorte … in lebensfähiger Form“  und eine „umfassende Notfallversorgung an allen vier Standorten“  der Städtische Kliniken München GmbH (STKM)  erhalten bleiben soll;   verfolgt man die Pläne der Geschäftsführung (leider wird nur wenig offiziell bekannt!), muss man aber fürchten, dass dies  in Harlaching und Schwabing nach Umsetzung des Sanierungskonzepts nicht mehr gewährleistet sein wird!

Welche Auswirkungen hat das?

Heute werden Sie als Notfallpatient mit jeglicher Erkrankung  im Klinikum Harlaching versorgt, da alle dafür notwendigen Abteilungen vorhanden sind! Spätestens ab 2022 ist das nicht mehr möglich. Unten sehen Sie eindrückliche Beispiele!

                 Heute ist noch alles vorhanden.                               

Herzinfarkt         ---------->          Kardiologie

Hirnblutung       ---------->          Neurologie + Chirurgie

Darmverschluß   ---------->         Allgemeinchirurgie

Nierenkolik         ---------->         Urologie

Luftnot               ---------->        Pneumologie

Schwächeanfall   ----------->       Hämatologie

Brustkrebs         ----------->       Gynäkologie + OP

Nierenversagen  ----------->       Nephrologie + Dialyse

Autounfall          ----------->       Unfallchir.+ Allgemeinchir.

Verletztes Kind   ----------->        Pädiatrie + Chirurgie

Ab dem Jahr 2022 ist dies nicht mehr möglich, da die  notwendigen Abteilungen nicht mehr vorhanden sind !

Der Hubschrauberstandort am Klinikum in Harlaching  - Christoph 1 ist seit 1970 der erste zivile Rettungshubschrauber der Welt - ist dort etabliert und akzeptiert. Erst vor kurzem wurde hier ein neuer Hangar gebaut und trotzdem sollte der Standort nach den Plänen von BCG für viel Geld unnötigerweise nach Neuperlach verlegt werden. Gott-sei-Dank wurden diese Pläne inzwischen ad acta gelegt!

Viele weitere  Punkte in dem Sanierungskonzept sind zu kritisieren (siehe Argumente) und aus Sicht erfahrener Mediziner nicht ausreichend durchdacht, ja sie gefährden sogar bei unreflektierter Anwendung das gesamte Unternehmen STKM.

Die Initiative Klinikum Harlaching wird sich weiterhin einmischen und stark machen für die Sicherstellung einer umfassenden Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger Münchens und des Umlandes.

Harlaching muss der Maximalversorger mit allen dafür erforderlichen Abteilungen im Süden Münchens bleiben!

Denn bei lebensbedrohlich erkrankten Patienten zählt jede Minute und multimorbide alte Patienten (sie leiden gleichzeitig an mehreren Krankheiten) benötigen verschiedene Fachabteilungen in einem Krankenhaus. Man darf diese Patienten nicht auf die Reise quer durch München schicken!

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit!

Hintergrund und wichtige Informationen

Aktuell ist das Klinikum Harlaching ein Maximalversorger, also ein leistungsfähiges Großklinikum der höchsten Versorgungsstufe mit 750 Planbetten. Harlaching hat neben Schwabing die leistungsstärkste Notaufnahme Münchens und betreut im Jahr ca. 60.000 Notfallpatienten. Diese beiden Kliniken versorgen gemeinsam über 25% aller schweren Notfälle Münchens (inkl. Umland). Der Rettungshubschrauber „Christoph 1“ am Standort Harlaching bringt heute schon nicht grundlos die meisten Schwerverletzten ins Klinikum Harlaching und ist mit seiner lärmarmen Anflugschneise über den Perlacher Forst längst in das Stadtteilgeschehen integriert und akzeptiert.

Die Stadt München hat laut Gesetz einen Versorgungsauftrag, sie muss also sicherstellen, dass jeder Bürger in allen Notfällen rund um die Uhr umfassende medizinische Hilfe erhält. Nach 20 Jahren des Missmanagements in der Verantwortung der Stadt München, sind die Städt. Kliniken jetzt in einer prekären finanziellen Schieflage angekommen. Nach dem externen Gutachten der Beraterfirma soll nun das Unternehmen gesundgeschrumpft werden, indem das Klinikum Harlaching von einem Maximalversorger in eine deutlich kleinere Fachklinik ohne funktionierende Notfallversorgung umgewandelt werden soll. Gleiches wird mit Schwabing geplant.

Besonders gravierend ist, dass dadurch in erster Linie die Alten und Schwachen unserer Gesellschaft betroffen sein werden. Die Stadt München scheint sich durch die Hintertüre eines externen Sanierungsgutachtens aus der teuren und damit unliebsamen Notfallversorgung der Münchner Bürger zurückziehen zu wollen und kommt damit ihrem Versorgungsauftrag nicht mehr nach.

Was stellt das Klinikum Harlaching heute dar:

Das Klinikum Harlaching ist als ein über Jahrzehnte gewachsener Leistungsverbund aller medizinischen Fachabteilungen unverzichtbar auf dem Münchner Gesundheitssektor geworden.

Hier wird alles versorgt: von der Schnittwunde bis zum Polytrauma, vom Embryonalstadium bis zum Greisenalter, und alles geboten, von der homöopathischen Medizin bis zur Hochdosis-Chemotherapie, von der lebensrettenden Intensivtherapie bis zur palliativen Begleitung in den Tod.

Und genau diese umfassende Versorgung ist die Stärke Harlachings !

Denn der Frauenarzt braucht z.B. den Kinderarzt, den Strahlentherapeuten und den Onkologen. Der Neurologe braucht einen Kardiologen und den Neurochirurgen. Der Kinderarzt benötigt den Gastroenterologen (Magenspiegelung) und den Unfallchirurgen. Der Unfallchirurg braucht den Bauchchirurgen und den Anästhesisten. Der Intensivmediziner braucht alle zusammen. Und gerade durch das Hand in Hand arbeiten unter einem Dach ist dieses Krankenhaus ein leistungsfähiger Verbund für die Bürger.

Wussten Sie schon,

- dass in Harlaching lebensnotwendige Operationen an Ungeborenen im Mutterleib vorgenommen werden?

- dass Harlaching spezialisiert ist, um Kinder und Erwachsene mit Leukämie zu heilen und seit Jahren sehr erfolgreich die sogenannte Knochenmark- bzw. Stammzelltransplantation auf universitärem Niveau anwendet?

- dass in Harlaching neben der Onkologie (Tumorabteilung) eine Strahlentherapie angesiedelt ist, die gerade für 3 Mio. Euro den modernsten Linearbeschleuniger Münchens einbauen lässt?

- dass in Harlaching bei schweren Lungenerkrankungen operationslos Ventile in die Lunge implantiert werden?

- dass Harlaching die Wiege der zivilen Luftrettung ist? Am 1. November 1970 wurde der erste zivile Rettungshubschrauber der Welt (!) in Harlaching stationiert und die Ärzte des Klinikums Harlaching besetzen diesen als Notärzte.

- dass Harlaching in vielen Bereichen zertifizierte medizinische Leistungszentren auf nicht steigerbarem Niveau betreibt? So zum Beispiel ein überregionales Traumazentrum, eine Chest-Pain-unit, eine überregional zertifizierte stroke-unit, ein Brustzentrum, ein gynäkologisches Krebszentrum und vieles mehr?

- dass  die Frauenklinik Harlaching zu den größten Geburtskliniken Münchens gehört und zusammen mit der Kinderklinik und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) zugelassen ist, das bundesweit einen Spitzenplatz in der Versorgungsqualität von Frühgeborenen erzielt hat (http://www.perinatalzentren.org)?

- dass Harlaching die erste stroke-unit (Schlaganfall-Intensiveinheit) Deutschlands hat und sie eine der größten überregionalen in Bayern ist? Sie hat das zertifiziertem TEMPIS Netzwerk zur Versorgung des akuten Schlaganfalles in Süd-Ost Bayern und gehört auch national zu den größten stroke-units!

- dass externe Kooperationspartner durch den geplanten Abbau in Harlaching einen Patienten- und Erlösverlust von 30-50% für das STKM erwarten?

- dass auf dem riesigen Harlachinger Grundstück ein kompletter Neubau Platz finden könnte, ohne den laufenden Klinikbetrieb im Altbau zu stören und dass dieser Neubau längst genehmigt und vom Staatsministerium großzügig bezuschusst ist? Wir könnten sofort mit der Grundsteinlegung beginnen und 2016 das neue Klinikum einweihen.

WIR SAGEN  NEIN  ZU DEN VORGELEGTEN SANIERUNGSPLÄNEN

Das Sanierungsgutachten, das Sie unter dem Menüpunkt "Aktuelles" unter Sanierungskonzept abrufen können, plant die Investition von über 700 Mio Euro. Der überwiegende Teil, nämlich fast eine halbe Milliarde Euro soll für Renovierungsarbeiten der Kliniken Bogenhausen und Neuperlach verwendet werden, beide sind mehrere Jahrzehnte alte Betonbauten! Nach Sanierungsende im Jahr 2022 wäre z.B. Neuperlach bei seiner Einweihung bereits 50 Jahre alt.

Wir fordern:

Es sind finanzielle Ressourcen vorhanden, die endlich sinnvoll investiert werden sollten.   

Auf dem Klinikgelände Harlaching existieren Freiflächen, auf denen bei laufendem Betrieb ein modernes Großklinikum als Maximalversorgungshaus für die Münchner entstehen kann. Baugenehmigungen und staatliche Fördergelder sind schon seit Jahren freigegeben. Ein „Klinikum-Süd“ mit ca. 1000 Betten könnte sogar die Altbauten von Harlaching und Neuperlach ersetzen und die medizinische Kompetenz von beiden Standorten zusammenfassen. In Zusammenarbeit mit allen an der Gesundheitsfürsorge Beteiligten (Klinikum Harlaching, Krankenhaus für Naturheilweisen, Hausärzte, Altenheime, Reha-Kliniken, ambulante Pflegedienste, Rettungsdienste, Apotheken etc.) könnte ein bayernweites Prestige-Projekt geschaffen werden. Der Gewinner wäre der Münchner Bürger!

Lasst uns gemeinsam etwas Großes anpacken – Harlaching ist bereit dafür !

Wenn Sie uns unterstützen wollen, dann gehen Sie im Menü auf den Reiter „Mitglied werden“. Noch wichtiger als die alleinige Mitgliedschaft wäre uns, wenn Sie allen Ihren Bekannten, Ihren Familienmitgliedern, Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunden im Sportverein, Ihrem Hausarzt, Ihrem Gemeinderat und Bürgermeister, also allen, die Sie kennen, den Link unserer Homepage www.initiative-harlaching.de schicken und für unsere Ziele Werbung machen, damit sich möglichst schnell viele Menschen solidarisieren.

Denken Sie daran, wir haben nicht mehr viel Zeit:

Anfang Juli soll der Stadtrat über das Sanierungskonzept abstimmen. Wenn es in dieser uns vorliegenden Form angenommen wird, wird es in München und im südwestlichen Umland die bisherige Notfallversorgung nicht mehr geben.

Wohnortnahe Gesundheitsversorgung ist ein Grundrecht!